Vernetzen:
Montag, 20. February 2017
StartseiteAllgemeinMit heiler Haut durch den Winter

Mit heiler Haut durch den Winter

Die Talgdrüsen unserer Haut reduzieren ihre Fettproduktion nicht erst bei Frost, sondern bereits bei niedrigen Plusgraden. Ab minus acht Grad stellen sie ihre Produktion sogar ganz ein. Fehlen Lipide, wird der Teint richtig trocken. Doch mit der richtigen Pflege können wir unsere Haut ideal gegen Kälte schützen.

Das neue Jahr beginnt – und mit ihm die kälteste Jahreszeit. Nicht etwa der Dezember, sondern Januar und Februar sind die kältesten Monate des Jahres. Und das bekommt auch unsere Haut zu spüren.

Trockene, spröde Haut: Damit haben gerade in der kalten Jahreszeit viele zu kämpfen. Die Heizungsluft drinnen und die niedrigen Temperaturen draußen machen der Haut im Winter zu schaffen. „Bei trockener warmer Innenluft gibt die Haut vermehrt Feuchtigkeit ab“, erklärt Dr. Verena Kagel, Dermatologin bei der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW). „Draußen leidet die Haut auf andere Weise: Bei Kälte wird sie schwächer durchblutet und produziert ihren natürlichen Fettfilm, der sie geschmeidig hält, nur eingeschränkt nach.“ Deshalb benötigt die Haut in den kalten Monaten besonderen Schutz und spezielle Pflege – im Beruf wie in der Freizeit.

Richtig eincremen

Im Winter braucht die Haut eine noch fetthaltigere Pflege als sonst. „Stärker rückfettende Präparate erkennt man daran, dass sie nur langsam einziehen und einen Fettfilm auf der Haut hinterlassen“, erläutert Dr. Kagel. Pflegeprodukte sollten zudem Feuchthaltefaktoren wie etwa Harnstoff (Urea) enthalten. Urea bindet die Feuchtigkeit in der Haut.

Presseinfografik_Hautschutz_2-spaltig_02Schonend reinigen

Da Seife die Haut ebenfalls austrocknet, reinigt man Hände und Körper besser mit einer pH-hautneutralen Waschlotion. Dies gilt zwar das ganze Jahr, ist in den kalten Monaten aber besonders wichtig. Und: Auch wenn bei kaltem Wetter die Badewanne lockt – auf lange heiße Bäder verzichtet man lieber. „Heißes Wasser schädigt die natürliche Schutzschicht der Haut besonders stark“, so die Dermatologin. „Schaumbäder verstärken die Austrocknung noch.“ Besser gemäßigt warm duschen und sich anschließend eincremen.

Unsere Hände sind Dünnhäuter

Wenig Talgdrüsen und kaum Fettgewebe – unsere Handrücken sind Dünnhäuter. Um roten, aufgesprungenen Händen vorzubeugen, pH-neutrale Waschlotionen benutzen. Oder eine Handwasch-Creme mit rückfettenden Pflanzenölen und Glycerin. Die Hände immer gut abtrocknen und gleich danach eincremen, am besten nach jedem Händewaschen. Heilkräuter wie Kamille und Ringelblume wirken entzündungshemmend, Haselnuss- und Bananen-Extrakt glätten die Haut.

Die Talgdrüsen reduzieren übrigens ihre Fettproduktion nicht erst bei Frost, sondern bereits bei niedrigen Plusgraden. „Deshalb sollte man auch dann schon Handschuhe tragen“, rät die Expertin der BGW. „Das hilft der Haut, ihren natürlichen Schutzfilm intakt zu halten.“

Kopf und Gesicht schützen

Bei sinkenden Temperaturen stellen die Talgdrüsen ihre Produktion ab minus acht Grad sogar ganz ein. Fehlen Lipide, wird der Teint richtig trocken. Um ihn zu schützen, das Gesicht mit einer milden Reinigungslotion nur sanft reinigen und auf alkoholhaltiges Gesichtswasser verzichten. Anschließend die Haut gut eincremen. Sehr gut für trockene Haut sind essenzielle Fettsäuren wie die Omega-3- und -6-Fettsäuren. Das sind Bestandteile von Fetten, die für den Körper lebensnotwendig sind, von ihm aber nicht selbst hergestellt werden können (Omega-6-Fettsäuren finden sich z. B. in Borretschöl). Auch Niacinamid, Vitamin B3, hat viele Eigenschaften, die der Haut zugute kommen: Es stimuliert die Fettproduktion, stärkt so die Hautbarriere und beruhigt, außerdem wirkt es entzündungshemmend. Relativ neu auf dem Markt sind Produkte mit dem die Wundheilung fördernden Wirkstoff Betulin, der aus Birkenrinde gewonnen wird und auch therapiebegleitend bei Neurodermitis und Psoriasis eingesetzt werden kann. Betulincremes enthalten nur eine ganz geringe Zahl an Inhaltsstoffen und sind deshalb besonders gut verträglich.

Kälte und Heizungsluft stressen übrigens auch die Kopfhaut. Dann reagiert sie gereizt, juckt und spannt, schlimmstenfalls kann es zu Entzündungen kommen. Um vorzubeugen, nicht zu heiß waschen und nur wenig Shampoo nehmen (eine haselnussgroße Menge reicht). Schonend sind milde Shampoos, die den natürlichen pH-Wert der Haut wiederherstellen oder juckreizlinderndes Panthenol enthalten. Auf entfettende Peeling-Shampoos sollte besser verzichtet werden. Eine Ölkur mit Olivenöl hingegen pflegt die Kopfhaut: Öl unter einem Handtuch circa 30 Minuten einziehen lassen, dann mit einem milden Shampoo ausspülen.

Das gesunde Grün

Überheizte Räume, Klimaanlagen und trockene Raumluft machen der Haut richtig zu schaffen. Da kann die Luftfeuchtigkeit auf nur 25 bis 30 % sinken. Ideal dagegen: Eine Raumluftfeuchtigkeit von 50 bis 60 %. Grünpflanzen – Zuhause und am Arbeitsplatz – können dazu beitragen. Sie sind die ökologische Alternative zu Zimmerspringbrunnen und Luftbefeuchtern. Besonders gut eignen sich Grünlilien, Zimmerlinden, Zyperngras und Papyrus – sie geben rund 98 Prozent des aufgenommenen Wassers wieder an ihre Umgebung ab. Da tankt auch die Haut mit auf.

print

Kommentare