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Montag, 20. February 2017
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2017 – das Wirtschaftsjahr? Gehörige Portion Optimismus in der Ruhr-Region

Erste gute Signale im noch jungen Jahr kommen aus der Wirtschaft im Ruhrgebiet: Die aktuellen Konjunkturprognosen für 2017 sind optimistisch, die Investitionsneigung steigt. In der Gesamtwirtschaft liegt der Anteil der Positivmeldungen bei 75 Prozent. Auch der sich 2016 bereits andeutende Aufschwung in der Metall- und Elektroindustrie (M+E-Industrie) setzt sich Anfang des neuen Jahres fort. Nach einer fünfjährigen Abkühlphase rechnen die verarbeitenden Betriebe für 2017 mit einer verbesserten Geschäftslage. Für die Konjunkturumfrage der Arbeitsgemeinschaft ‚arbeitgeber ruhr‘ wurden 2.200 Unternehmen in Essen und der Ruhr-Region zu ihren Prognosen für das kommende Halbjahr befragt.

Das Ergebnis: In der Gesamtwirtschaft rechnen drei Viertel der Unternehmen mit gleich bleibend guten oder besseren Geschäften. In der M+E-Industrie sind es nach 42 Prozent im Frühjahr 2016 nun sogar satte 63 Prozent. „Die Schere zwischen Gesamtwirtschaft einerseits und Metall- und Elektroindustrie andererseits verkleinert sich damit weiter. Schon das abgelaufene 2. Halbjahr 2016 hat diesen Trend befeuert“, freut sich Dr. Henner Puppel, Vorsitzender des Essener Unternehmensverbandes (EUV).

Neue Impulse und Investitionen

Auch mit Blick auf die Auftragsprognosen sagt er: „Die Unternehmen gehen zum überwiegenden Teil von neuen Impulsen und steigenden Aufträgen aus dem In- und Ausland aus.“ Ob das in der Realität so kommen wird, sei natürlich noch nicht sicher. Aber: „Die Unternehmen stehen in regelmäßigem Kundenkontakt und planen gemeinsam mit den Kunden. Daher sind wir insgesamt optimistisch und können sagen: Das Jahr 2017 verspricht ein gutes Jahr zu werden.“

Dazu passen auch die Ertragserwartungen und die Investitionsplanungen. Auch hier senden die Unternehmen in Essen und im Ruhrgebiet positive Trends zurück. „Das gilt auch für die Metall- und Elektroindustrie. Wir verzeichnen eine deutliche Erholungstendenz. Das ist nach den schwierigen Jahren seit 2011 auch dringend nötig“, so Dr. Puppel.

Der Arbeits- und Ausbildungsmarkt

Insgesamt positiv sind auch die Arbeitsmarkt- und Ausbildungsprognosen für die Gesamtwirtschaft und die M+E-Industrie in Essen und der Ruhr-Region. Die befragten Unternehmen signalisieren Stabilität bei der Personalstärke, und immerhin 15 Prozent der Betriebe wollen vermehrt Ausbildungsplätze anbieten. „Wir hoffen mit Rücksicht auf den sich abzeichnenden Fachkräftemangel, dass die Unternehmen vor allem in Essen ihre Ausbildungsanstrengungen wieder mehr ausbauen“, appelliert der EUV-Vorsitzende an die regionalen Unternehmer.

Flüchtlinge als Fachkräfte?

Bei der Integration von Flüchtlingen in den hiesigen Arbeitsmarkt bräuchte man einen längeren Atem, weil rund 85 Prozent von ihnen zunächst nur für Hilfstätigkeiten infrage kämen. „Die Menschen, die in den vergangenen Monaten nach Essen gekommen sind, benötigen noch viel Unterstützung, bevor sie als Auszubildende oder als Fachkraft dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen“, sagt Dr. Puppel. Man müsse mit speziellen Maßnahmen und vor allem mit der Dualen Ausbildung diesen Prozess unterstützen. Aktuelle Zahlen vom Jobcenter in Essen zeigen die momentane Lage auf: Insgesamt befanden sich in Essen im vergangenen Jahr rund 3.200 Flüchtlinge in Integrationskursen, die vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) finanziert werden – bei 180 Kursen entspricht dies jeweils circa 18 Kursteilnehmern.

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